„Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“ – Oscar Wilde
Die Geiz ist geil Gesellschaft ist auch heute noch präsent und prägt auch das Internet. Foren, Blogs und allerhand Webseiten bieten dem Leser kostenloses Wissen an. Das Web ist voll von Hilfestellungen, Anleitungen, Berichten, Lernmaterial und allgemeinen Informationen. Der Zugriff auf diese Inhalte steht allen zur Verfügung und in den meisten Fällen ist der Aufwand der hinter diesen Informationen steckt nicht bewusst.
Um zumindest kostendeckend arbeiten zu können sind die zwei gängigsten Methoden um sich zu refinanzieren Werbung und freiwillige Spenden.
An dieser stelle hackt PayMeCredit ein, um dem Internetnutzer die Möglichkeit zu bieten sich für hilfreiche Informationen erkenntlich zu zeigen.
Ich habe mich mit dem Herrn Thomas Hauser ausgetauscht um zu erfahren was PayMeCredit ist. Herr Hauser ist der Erfinder und Geschäftsführer von PayMeCredit.
Herr Hauser, wie würden Sie in einem Satz PayMeCredit beschreiben?
“PayMeCredit ist das Online-Bezahlsystem zur finanziellen Anerkennung auf Spendenbasis von frei verfügbaren Webinhalten.”
Was macht PayMeCredit besonders?
“Zum einen ist PayMeCredit ein kostenloser Service und soll jedermann die Möglichkeit geben, den eigenen Webinhalten eine Möglichkeit des “Anerkennens” hinzuzufügen.
Außerdem ist PayMeCredit anonym, die Nutzer entscheiden selbst wie viel Information sie preisgeben möchten.
Ganz wichtig: PayMeCredit nicht Gewinn-orientiert. Die Kosten die bei der Auszahlung von iCredits anfallen, dienen ausschließlich der Kostendeckung (Serveranmietung, Webseitenbetrieb, händische Überprüfung und Auszahlung etc.) und natürlich dem Guten Zweck.
Zu guter letzt ist PayMeCredit sehr einfach zu bedienen. Auch Internetuser mit nur geringen PC-Kenntnissen finden PayMeCredit einfach zu benutzen.”
Was sind die Vorteile gegenüber etablierten Systemen wie PayPal?
“Ein PayMeCredit-Button ist sehr schnell erzeugt und gesetzt (praktisch überall, nicht nur auf der eigenen Webseite – sondern auch für Forumsbeiträge oder Blogs).
Es fallen bei PayMeCredit keinerlei Transaktionsgebühren an, bei PayPal wird zum Beispiel eine hohe Transaktionsgebühr veranschlagt.”
Das Web 2.0 ist voll von kostenfreien Inhalten, warum sollten Internet Benutzer für Informationen zahlen?
“Die Bezahlung erfolgt natürlich rein freiwillig. Ich persönlich (und auch viele andere, die ich für dieses Projekt interviewt habe) wäre aber bereit für gut aufbereitete Inhalte die Mühe des Autors mit einem Micro-Payment von ein paar iCredits zu belohnen.
Bei einem Erfolg der Idee werden viele Internetnutzer dies als Ansporn nehmen, eigene Inhalte im Netz zu veröffentlichen.”
Aber es hat bisher doch auch so funktioniert! Müssen Internet Benutzer umdenken?
“Ich denke dass es bisher nicht einfach genug gelöst war. Ich sehe einen Bedarf für einen Service dieser Art auf beiden Seiten, sowohl den Autoren, als auch für diejenigen die gerne die Arbeit dieser Autoren würdigen möchten.
Ein Beweis: PayMeCredit ist zwar noch sehr jung, es befinden sich aber schon einige iCredits im Umlauf.
Letztendlich muss zumindest ein gewisses Umdenken stattfinden, weg von der Geiz ist Geil bzw. umsonst und billiger ist besser- Gesellschaft. Vielleicht ist der Prozess dieser gesellschaftlichen Entwicklung bereits im Gange. Nehmen wir zum Beispiel BIO-Ware. Menschen zahlen hier sozusagen freiwillig einen extra Betrag für höhere Qualität. Warum soll dieses Prinzip nicht auch für qualitativ hohe und Informative Webinhalte gelten?”
Ob das System Zukunft hat und ob sich das Web 2.0 entsprechend wandeln wird, wird die Zeit zeigen. Ich spreche dem System ein gewisses Potenzial zu. Wenn PayMeCredit dazu beitragen kann dass das Anbieten von Informationen einen lukrativen Aspekt bekommt, dann können wir uns vielleicht auf noch mehr interessanten Webinhalt freuen.
Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe, empfehle ich Ihnen einen Blick auf die Webseite zu werfen.
Dieser Blog setze bereits dieses System ein. Inwieweit PayMeCredit erfolgreich ist, werde ich weiter beobachten und ein Fazit ziehen, wenn sich das System etabliert hat.
Tags: iCredits, Micro-Payment